ASB-Tagespflege Vetschau mit freien Kapazitäten

ASB-Tagespflege Vetschau mit freien Kapazitäten

Im allgemeinen Verständnis werden Pflegeeinrichtungen als über- oder zumindest ausgelastet angesehen, freie Plätze gibt es oft nur nach einer Wartezeit. Dass dem so nicht sein muss und es auch Ausnahmen gibt, zeigt das Beispiel der Vetschauer ASB-Tagespflege.

Der Wohnblock in der Vetschauer Heinrich-Heine-Straße 22 – 26 beginnt seit der Übernahme durch die Lübbenauer Wohnungsbaugesellschaft (WIS) sein Antlitz zu verändern: Die Wohnungen werden demnächst altersgerecht umgebaut, bald setzt rege Bautätigkeit ein, das Wohnumfeld wird sich entsprechend verbessern. Davon wird auch die ASB-Tagespflege profitieren, die sich in der unteren Etage in der Nummer 22 seit November 2021 eingemietet hat. Besonders die Außenanlagen werden nach Fertigstellung zum verstärkten und verlängerten Verweilen einladen.

Im Inneren präsentiert sich die Tagespflege schon jetzt mit modernen und großzügig geschnittenen Räumlichkeiten. Kati Schilmann von der Pflegedienstleitung: „Wir bieten unseren Gästen nicht bloß eine Tagesbetreuung, sondern sorgen für einen abwechslungsreichen Tagesablauf, lesen aus der Zeitung vor, sorgen für angepasste Bewegung – und lassen unsere Gästen auch einmal in Ruhe; soll heißen, dass sie sich zurückziehen können, um mal ein Nickerchen zu machen. Wir hatten auch schon die Polizei im Haus, aber nur um unsere Gäste über den Enkeltrick und andere Gaunerpraktiken zu informieren.“

Kati Schilmann beobachtet, dass es immer noch Bedenken bei den pflegenden Angehörigen gibt, denn diese möchten nicht zu denen gehören, die ihre Familienmitglieder, meist sind es die Eltern oder Großeltern, „abschieben“. Dabei sind es genau die Pflegenden selbst, die auch mal Termine in Ruhe wahrnehmen möchten oder gar selbst mal einen oder mehrere Tage entlastet werden müssen. „Hier sollte ein Umdenken erfolgen, denn ausgeruhte Familienangehörige sind auch für die zu Pflegenden gut, andererseits erfahren unsere Gäste auch viel von den Schicksalen der anderen und nehmen vielleicht den einen oder anderen Tipp mit nach Hause“, ergänzt Kati Schilmann.

Durch die allgemeine Zurückhaltung der Angehörigen ist die Einrichtung noch nicht ausgebucht – was für spontan Nachfragende zwar ein Vorteil ist, weniger für die Einrichtung selbst, die eher eine verlässliche Planung und Auslastung braucht. Sie hält 18 Pflegeplätze für Gäste mit den Pflegestufen 1 bis 5 vor, jeder kann entscheiden, wie oft er oder sie die Einrichtung besucht. Die Kosten fallen dementsprechend unterschiedlich aus und werden weitestgehend von den Kassen mitgetragen, der Eigenanteil bleibt bei 20 Besuchen im Monat (Montag bis Freitag) meist im erschwinglichem Bereich, der hauseigene Fahrdienst kann dabei mit in Anspruch genommen werden.

Betroffene Angehörige sind sehr dankbar für das Angebot, sie wissen ihre Angehörige dort bestens untergebracht und müssen sich nicht ständig um sie sorgen, besonders dann nicht, wenn diese noch allein wohnen möchten, aber eigentlich doch Hilfe bräuchten. Bärbel Möller aus Vetschau: „Meine Mutti ist 91 und lebt noch allein, aber sie hat gern andere Menschen um sich – und die findet sie in der Tagespflege. Besonders gut finde ich, dass der Fahrdienst nicht bloß eine Taxi-Funktion hat, sondern meine Mutti im 3. Stock abholt, nach dem Licht und die Wohnungsschlüssel schaut und auch auf eine dem Wetter angepasste Kleidung achtet.“ Die Koßwigerin Kerstin Sakowski betreut ihre seit Jahrzehnten behinderte 62-jährige Schwester und ist ebenfalls des Lobes voll: „Sie besucht sehr gern und jeden Tag die ASB-Einrichtung, sie freut sich auf die Fahrt nach Vetschau, auf die Menschen dort und genießt die liebevolle Pflege. Ich habe noch meine 86-jährige Mutter im Haus, die sich mit mir die Betreuung teilt und bin froh, neben meiner Berufstätigkeit dadurch eine Entlastung für sie und mich zu bekommen. Der Fahrdienst funktioniert bestens – wir sind froh, uns nicht darum kümmern zu müssen.“

Die Entlastung der Angehörigen durch die Tagespflege wird als sehr positiv empfunden, schließlich kommt die Friseuse, die Fußpflege und der Arzt ins Haus, ebenso können ärztliche Anordnungen wahrgenommen werden.

Peter Becker, 25.09.23

Über Peter Becker 371 Artikel
Jahrgang 1948, Diplomlehrer, Freier Journalist und Fotograf

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