Förderschulfasching mit Einlage

An der Lübbenauer Förderschule begann der Schulfasching wie es sich gehört: Musik aus den Boxen, ausgelassen-fröhliche Kinder in Verkleidung, dazwischen das ebenfalls kostümierte Schulpersonal, welches von engagierten Eltern unterstützt wurde. Zu den ganz großen Unterstützern der Schule und deren nicht immer einfachen Arbeit gehört die Fleißdorfer Familie Radehose, die ihren schwerstbehinderten Lino dort in besten Händen weiß. Lino teilt sein Schicksal mit vielen andern Kindern, denen das Lernen und das Leben nicht leichtfällt. Ein Schulfasching ist da eine gewollte Ablenkung. Steffen Radehose, ganz der große Macher und Organisator, hat seine Kontakte zum Cottbuser Sänger Alexander Knappe genutzt und diesen gebeten, doch mal kurz vorbeizukommen. Dieser sagte sofort zu: „Viele Kinder haben es heute nicht leicht, aber diese dort haben es besonders schwer – und denen eine Freude zu bereiten, liegt auch mir am Herzen!“

Mit der Verstärkerbox unterm Arm ging es in die Schulaula, wo er erst mal kaum zur Kenntnis genommen wurde. „Ein Elternteil halt…“, mag so manches Kind gedacht haben, denn Knappes Ankunft war strikt geheim gehalten worden, nur die Schulleitung wusste davon. Kaum auf der Bühne, sang Alexander Knappe seine neuesten Lieder – und hatte sofort alle in den Bann gezogen. „Wow, das ist ja Alexander Knappe!“, entfuhr es einer Lehrerin, die gerade noch ein Kreischen unterdrücken konnte. Sofort schwappte die Begeisterung auf alle über. Eigentlich waren nur drei Lieder geplant, ein viertes legte Alexander Knappe noch freiwillig nach, doch lautes Bravorufen und tosender Applaus ließen ihn noch einen 5. Titel abliefern.

Schulleiterin Caroline Monka bedankte sich bei Alexander Knappe mit einer von Schülern hergestellten Nussbox, damit er „sich stärken und vom Auftritt erholen konnte“.

Die Schülerinnen und Schüler brauchten erst mal etwas Erholung nach der Konzerteinlage, holten tief Luft und tauschten ihre Gedanken aus.

 Julia Becker wohnt in Cottbus, die 15-jährige besucht die 10. Klasse der Lübbenauer Einrichtung: „Ich bin total überrascht, ich kannte Alexander Knappe noch gar nicht – aber jetzt bin ich sein größter Fan!“ Der achtjährige Vetschauer Mohammad Abhajar ist in der Klasse von Frau Verst und Frau Kaiser: „Ich kannte ihn, aber so nah habe ich ihn noch nie erlebt. Der war super – alle Daumen hoch!“

Schulleiterin Caroline Monka: „Wir brauchen so etwas für unsere Kinder – und eben auch für unsere Eltern, die eine schwere Last tragen. Wir wollen sie etwas entlasten, sie in ihrem schweren Alltag abfangen, aber das gelingt uns nur, wenn wir den administrativen Hintergrund haben – ein großer Dank an die Kreisverwaltung!- und eben auch eine engagierte Elternschaft, so wie die Familie Radehose eine ist.“

Der Tag hatte mit einem gemeinsamen Frühstück in der Burger Therme begonnen. Steffen Radehose wollte dem ohne Honorar auftretenden Alexander Knappe wenigstens auf diese Weise etwas entgegenkommen, auch um im Gespräch etwas über dessen Pläne zu erfahren. „Mein Baby ist die Energiehymne ‚Unsere Liebe kennt keine Liga!‘ unter der ich vieles einordne. Aktuell bereite ich erneut ein Konzert vor, diesmal am 7. September im Cottbuser Spreeauenpark. Es soll wieder ein Familientag werden, mit meiner Musik, mit Autogrammstunde mit den Fußballern und natürlich vielen Begegnungen. Die Einnahmen gehen größtenteils an den FCE-Nachwuchs, in den letzten drei Jahren sind so 120 000 EUR zusammengekommen“, berichtete der Cottbuser Sänger über seine Pläne. Zuvor aber geht erst mal auf Konzertreise durch die alten und neuen Bundesländer, die am 24. Mai beginnt. Es geht über Erfurt nach Nürnberg, über Dortmund und Bremen und viele weitere größere und kleinere Städte. Im Tourmonat Monat erscheint auch sein Balladenalbum, das „Rendezvous mit Knappe“.

Peter Becker, 13.02.24

Über Peter Becker 367 Artikel
Jahrgang 1948, Diplomlehrer, Freier Journalist und Fotograf

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