Energiespender im Lübbenauer Energiefeld – Grün ins Quartier

Viola Wiedemann von der Lübbenauer AWO-Spreewaldwerkstatt positioniert Beerensträucher in die schon Tage vorher ausgehoben Pflanzgruben. Ihre Helferinnen und Helfer teilt sie couragiert in die Arbeit ein, macht vor, wie richtig zu pflanzen ist. „Es kommt darauf an, das im Topf verfestigte Wurzelwerk vor der Pflanzung aufzulockern, damit das Obst besser anwachsen kann“, erklärt die für den Gartenbau zuständige Gruppenleiterin ihren AWO-Leuten. Optimale Anwuchsbedingungen scheinen es ohnehin nicht zu sein, denn beim Ausheben der Pflanzorte kam neben einer dünnen Schicht Mutterboden auch Bauschutt zum Vorschein. Die Pflanzfläche liegt am Energieweg und wird von dem Garagenkomplex an der Güterbahnhofstraße und der Schillerstraße eingegrenzt. Bewohner der Plattenbauten schauen den Pflanzenden zu, kommen bei ihren Gassi-Gängen auf die Pflanzer zu und wollen wissen, was passiert. „Im Sommer können Sie mit Ihrem Schüsselchen kommen und ernten – aber bis dahin schauen Sie doch bitte immer mal vorbei, ob es den Sträuchern gut geht. Und über eine Kanne Wasser von Ihnen freuen die sich bestimmt!“, antwortet Viola Wiedemann, ohne dabei groß von der Arbeit aufzusehen. Manche bedauern erst mal den Flächenverlust der Spiel- und Bolzwiese, sehen aber auch ein, dass mehr Grün und Strauchwerk in ihr Areal passt, da es zudem Tieren und Insekten zusätzlichen Lebensraum bietet. Insgesamt 300 verschiedene Beerensträucher, aufgelockert durch Felsenbirnen sind inzwischen in die Erde gekommen.

Queenie Nopper von der LÜBBENBRÜCKE e.V.: „Wir wollen hier am Energieweg im wahrsten Sinne des Wortes Energie schöpfen, wir wollen besonders Bewohnern in der Neustadt einen ansprechenden und reizvollen Zugang zur Natur verschaffen. Diese Gruppe hatte bisher noch wenig Zugang zu Natur und Umweltschutz – von rühmlichen Ausnahmen natürlich abgesehen“. In Umsetzung des Konzepts KulturENERGIE entstehen auf vier Teilflächen von insgesamt 3300 Quadratmetern nach und nach weitere Nutzflächen, mit neuem Grün im Wohnumfeld. Zum Konzept gehört auch die Gestaltung der Streuobstwiese in der Nachbarschaft. In der Nähe der Förderschule wird eine bereits mit Obstbäumen bepflanzte Fläche als Gemeinschaftsgarten umgewandelt. In Kooperation mit der Schule sollen die Schülerinnen und Schüler beim Praxisunterricht für den Nachhaltigkeitsgedanken sensibilisiert werden. Dass auch hier geerntet werden darf, was mühevoll gepflegt und gehegt wurde, ist selbstverständlich. „So kann man den Kindern, den zukünftigen Erwachsenen, am ehesten vermitteln, welche Mühe es macht, gesunde Lebensmittel anzubauen“, zeigt sich Queenie Nopper vom Konzept überzeugt.

Peter Becker, 16.12.21

Über Peter Becker 241 Artikel
Jahrgang 1948, Diplomlehrer, Freier Journalist und Fotograf

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