Lübbenau zeigt, wie Nachhaltigkeit geht

Inmitten der Kunstwerke des gerade zu Ende gegangenen Spreewaldateliers lud das Biosphärenreservat Spreewald zum Lübbenauer Nachhaltigkeitsmarkt ein. Der Einladung waren zahlreiche Akteure ebenso gefolgt, wie Spreewaldbesucher und interessierte Einheimische. Eugen Nowak, Reservatsleiter, war am Ende des Tages des Lobes voll: „Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen, die Besucher fanden Antworten auf ihre Frage oder nahmen Anregungen mit nach Hause. Der ganze Tag war von Lockerheit und gute Laune ebenso geprägt, wie von Diskussionen um Sachthemen.“

Viele Lübbenauer waren selbst auf dem Markt aktiv, wie etwa die Akteure von Gleis 3. Bärbel Weiske ließ ihre Nähmaschine kaum stillstehen, immer wieder ratterte sie neue Behältnisse hervor. „Ich zeige, wie man aus Stoffresten neue Beutel und Taschen fertigen kann. Stoffe, die sonst im Reißwolf gelandet wären, bekommen so ein zweites Leben“, sagte die fleißige Näherin und griff zu einem neuen/alten Stoff. „Daraus lässt sich noch eine Umhängetasche fertigen“ – sprach‘s und machte sich an die Arbeit.

Am NABU-Stand entspannen sich Fachgespräche über Nutzen und Schaden von Wespen: Während die einen sie in diesem Jahr vermissten, vermissten andere sie gerade nicht. „Im entscheidenden Monat Mai war es zu kalt für die Wespenbrut – weniger Wespen bedeuten mehr Mücken, stimmt’s?“ fragte Jürgen Jentsch die Umstehenden. Denen blieb nur zustimmendes Nicken …

Junior-Rangerin Tessa Zerno (13) zeigte ganz selbstbewusst und erzählfreudig, wie jeder zur Erhaltung der Natur „mit Spaß“ beitragen kann. Dazu formte sie aus lehmiger Erde und Wildkräutersamen Samenbomben „die man einfach so auf die Erde werfen kann“.

An 15 Ständen wurde das Thema Nachhaltigkeit behandelt. Dabei ging es am Stand der Cottbuser Greenpeace-Gruppe um Kleidertausch (gebraucht gegen gebraucht oder gegen einen kleinen Obulus), es ging um Büchertausch und um die Vermarktung regionaler Produkte. Etwas stutzig reagierten einige Besucher auf den Auftritt der beiden ortsansässigen Banken und fragten nach. Geld und Umweltschutz – wie passt das zusammen? Die Niederlausitzer Sparkasse beispielsweise bietet Finanzprodukte an, die in zukunftsfähige und umweltgerechte Technologien investieren.

Für gute Laune und Stimmung trugen die Spreewald-Comedians „Sauber bleiben“ bei, „serbska reja“ begleiteten den Markt den ganzen Nachmittag musikalisch.

Ein sichtlich entspannter Eugen Nowak freute sich über das riesige Interesse, ihm blieb nur die Schlussfolgerung: „Der große Erfolg zwingt uns zur Wiederholung im nächsten Jahr. Das Thema Nachhaltigkeit und Naturschutz ist in weiten Teilen der Bevölkerung angekommen“.

Peter Becker, 26.09.21

Über Peter Becker 224 Artikel
Jahrgang 1948, Diplomlehrer, Freier Journalist und Fotograf

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