Vetschaus Streunerkatzen

Sie sind scheu, eigensinnig, führen ein verborgenes Leben und werden oft in falsch verstandener Tierliebe gefüttert: streunende Katzen in Wohngebieten, Parks und Kleingärten.

„Toffee“ ist ständig unterwegs, der kaum zwölf Wochen alte rot-weiße Kater untersucht alles, stößt Dinge um und sucht Kontakt zum Menschen. Was den Beobachter erheitern mag, ist beim genaueren Hinsehen ein Problem. „Toffee“ ist nicht allein, draußen in der Stadt gibt es noch dutzende Artgenossen – und es werden scheinbar immer mehr. Der kleine Kater konnte inzwischen vermittelt werden, aber das ist eher die Ausnahme.

In Vetschauer Kellern, Kleingärten und Parks streunen seine Eltern, Geschwister und Artverwandten weiter umher auf der Suche nach Futter. Und sie werden oft fündig: abgesehen von weggeworfenen Nahrungsresten gibt es mitleidige Menschen, die den Tieren Futter und Wasser hinstellen, sich sogar freuen, wenn alle Näpfe geleert sind, um sie danach schnell wieder aufzufüllen. „Der richtige Weg wäre es, die Tiere damit bestenfalls anzulocken, um sie einfangen zu können“, sagt der Vetschauer Tierarzt Stefan Schön. Er sieht das Schicksal der Streunerkatzen, die bis auf die gelegentlichen Futtergaben ohne wirkliche Fürsorge mehr oder weniger durchs Leben kommen müssen. „Es gibt auch eine Ansteckungsgefahr für Haustiere, mit manchmal schlimmen Folgen“, ergänzt er noch. Für ihn gibt es nur eine Lösung: er favorisiert das Kastrieren besonders der weiblichen Katzen, um den Bestand unter Kontrolle zu halten. „Wenn es uns gelingt, möglichst viele Tiere einzufangen und zu sterilisieren, könnte Abhilfe geschaffen werden!“

Aufgegriffene herrenlose Tiere können vom Ordnungsamt auch dem Tierheim zugeführt werden, doch Unterbringung und Behandlung sind dort kostenpflichtig. Günstiger kommt daher die Übernahme der Tierarztkosten. Christiane Goin vom Ordnungsamt Vetschau: „Wir haben in Tierarzt Stefan Schön einen kompetenten Partner gefunden, der zuverlässig und schnell handelt. Jährlich werden immer noch von ihm bis zu 50 Tiere kastriert; wir hoffen, dass es zukünftig mal weniger werden. Freuen würden wir uns, wenn noch mehr Einwohner der Stadt sich dem Thema Streunerkatzen annehmen und uns Fundtiere melden würden. Natürlich freuen wir uns auch über jede Spende zur Unterstützung der Aktion.“ (s. Infokasten)

Weniger auffällig als im Stadtgebiet sind streunende Katzen in den umliegenden Dörfern. Hier gehören sie gefühlt ohnehin mehr oder weniger zu den Höfen und Gärten, niemand macht sich ernsthaft Gedanken. („Irgendjemand werden sie gehören, einer wird sich schon kümmern!“) Aber das dem nicht so sein muss, erfahren Einwohner immer dann, wenn „fremde“ Katzen die Grundstücke queren. Gespräche mit den Nachbarn bringen oft nur Schulterzucken ein, die Tiere können oft nicht zugeordnet werden. Manch kleiner Frechling geht dann auch mal durch offene Türen oder sucht den direkten Kontakt zum Menschen. „Toffee“, an den Augen erkrankt, hat es so gemacht – und hatte Glück dabei. Eine Radduscherin nahm ihn auf, gab ihm wegen seines Aussehens den Namen und ließ das Tier von Stefan Schön behandeln. Sie konnte den kleinen Kater, der sich auf dem Weg der Genesung befindet, inzwischen an einen Katzenliebhaber vermitteln.

Wer selbst eine Katze aufnehmen und ihr ein Zuhause geben will, kann sich gern an das Ordnungsamt Vetschau oder an Tierarzt Stefan Schön wenden.

„Toffee“ entdeckt nach der Augenbehandlung die Welt für sich neu.

 Tierarzt Stefan Schön in seiner Vetschauer Praxis bei der Kastration einer Katze.

Info-Box:

Spendenkonto:

Stadt Vetschau

IBAN 35 1805 5000 3050 1000 27

Verwendungszweck: Katzenaktion

Fundmeldungen an das Ordnungsamt Vetschau: Tel.-Nr. (035433) 777 36

oder an

Tierarzt Stefan Schön:

Bahnhofstr. 3, 03226 Vetschau/Spreewald

Tel. Nr.: (035433) 474018

Peter Becker, 30.08.21

Über Peter Becker 217 Artikel
Jahrgang 1948, Diplomlehrer, Freier Journalist und Fotograf

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