Konzert vom Spreewaldbalkon

Wie alle Kunst- und Kulturschaffenden leiden auch die Musiker unter fehlenden Auftritts- und Probemöglichkeiten. Eine Möglichkeit ergab sich im Rahmen der international aufgekommenen Balkonkonzerte. Dies griffen auch zwei Vetschauer Musiker auf und bereits am 22. März fand der erste Auftritt im Vetschauer Ortsteil Naundorf statt. Damals musizierte noch jeder für sich: Melitta Broß an einem und Sven Kuhla schon hinterm Dorf, zum zu Burg gehördenen Karolinenhof. Musik, die durchs ganze Dorf hallt, noch dazu am Sonntag Abend, lockt Leute an. Deren Applaus motivierte die Musiker zu weiteren und regelmäßigen Auftritten.

Bald stießen noch Heiko und Kilian Schneider zu den beiden, die von da an gemeinsam auf der Galerie des Adelinenhofes musizierten – jeden Sonntag Abend der Folgewochen. Platz für die Zuhörer gab es reichlich auf der Wiese vor dem Haus, jeder konnte mit Abstand dem Konzert folgen. Die Gastgeberfamilie, besonders Nadine, Uta und Horst Kuhla, half bei den Vorbereitungen und während des Konzerts. Ein wärmendes Feuer war da ebenso wichtig, wie kühle Getränke. Am letzten Sonntag fand das Konzert zum letzten Mal statt. Eröffnet wurde das Schlusskonzert mit Beethovens „Ode an die Freude“. Im Laufe des Abends luden die vier Bläser ihre Zuhörer zum Mitsingen bekannter Lieder ein. Für die weniger Textsicheren gab es einen Zettel mit dem Steigerlied. Sven Kuhla zum Abschluss der Corona-Konzerte, wie er sie nannte: „Wir haben da für uns eine prima Gelegenheit zum Proben und Musizieren gefunden. Es freute uns, dass immer mehr Zuhörer kamen, aber nun ist erst mal Schluss. Aber man soll ja nie Nie sagen; hoffen wir nur, dass sich der Anlass zu den Balkonkonzerten nie mehr wiederholt!“

Über Bomenius 159 Artikel
Jahrgang 1948, Diplomlehrer, Freier Journalist und Fotograf

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