





Andrea Richter hatte 2014 einen alten Vierseitenhof im Calauer Ortsteil Säritz erworben und mit Fleiß und Mithilfe anderer in den Folgejahren immer bewohnbarer gemacht. Ihre Partnerin Anke Morelli, eine Dresdenerin, zog 2021 zu und war dabei die größte Stütze.
Nach einem langen Arbeitstag, vor drei Jahren, an der Giebelwand ihrer Scheune sitzend, genossen die beiden an einem lauen Sommerabend den Sonnenuntergang mit Blick über die Felder. Ihr Grundstück ist das Letzte im Dorf in Richtung Mallenchen, hier führt auch ein Weg vorbei, der an dem bewussten Abend von Radlern genutzt wurde.
„Lass uns doch ein Café für die Radler einrichten…“, entfuhr es spontan Anke Morelli. Sie träumte schon immer von einem Café in Dresden, doch der Plan war einfach nicht umsetzbar. Die „Schnapsidee“, für die die beiden es anfangs hielten, verfestigte sich in den Folgetagen und -wochen immer stärker, konkrete Planungen folgten und bald ging es an die Umsetzung. Vor dem für solche Projekte erforderlichen Gang durch die Ämter fürchteten sich die beiden etwas. Doch zu ihrer Überraschung fanden sie überall offene Ohren. Anke Morelli: „Unsere Idee wurde für gut und für genehmigungsfähig befunden. Durch die breite Unterstützung fühlten wir uns inzwischen sogar in die Pflicht genommen, uns nun ordentlich ins Zeug zu legen.“
Die Scheune wurde so umgebaut, dass eine Gästebewirtung nach modernstem Standard möglich ist. Eine Küche wurde eingebaut und ein Bad. „Hier kann sich auch mal ein Radler duschen, wenn ihm danach ist“, sagt Anke Morelli.
Das Göritzer Radlerpaar Hartmut und Elke Zwicker zeigte sich begeistert von der Lage, dem Ambiente und der Speise- und Getränkekarte. Sie waren schon mehrmals hier, das erste Mal eher zufällig. Hartmut Zwicker: „Wir waren in Richtung Mallenchen unterwegs und nahmen auf der Hinfahrt das Gebäude erst einmal gar nicht wahr. Erst auf der Rückfahrt entdeckten wir das Schild ‚Fahrradcafé zum Feldblick‘ an der Giebelwand – und kehrten spontan ein. Uns gefiel die kuschelige Atmosphäre, die beiden nahmen uns wohlwollend auf und bewirteten uns wie gute Bekannte.“
Das Gästebuch ist voll von ähnlichen Einschätzungen, besonders die Atmosphäre ist es, die gut ankommt.
Das Café ist von Mittwoch bis Sonntag ab 13 Uhr geöffnet. Andrea Richter: „Feste Schließzeiten haben wir nicht, wenn’s Wetter passt und die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist und der letzte Gast sich auf sein Fahrrad geschwungen hat, gönnen wir uns etwas Ruhe. Manchmal sitzen wir dann noch an der Giebelwand, an der 2023 unsere Idee geboren wurde, reden über den Tag und dass wir beide das gefunden haben, was uns glücklich macht!“
https://fahrradcafe-zumfeldblick.de
Peter Becker, 05.07.26
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