Exakt vor 20 Jahren, am 8. Juni 2006 wurde der Hupatz-Weg eingeweiht. Kundige werden wissen, dass dieser Weg nach dem wendischen Namen für den Wiedehopf benannt wurde, der dort häufig vorkommt. „Stinkt wie Hupatz“ – diese Redewendung ist zumeist auch bekannt. Der Wiedehopf sondert zur Gefahrenabwehr ein übelriechendes Sekret ab, was den Spruch erklärt. Annett Schäfer, eine der Initiatorinnen von damals, setzt anlässlich des Jubiläumstreffens vor Ort noch eine Deutung drauf: „Der Kragen der wendischen Brauttracht, Hupatz genannt, wurde von Generation zu Generation weitergegeben und nie gewaschen …“




Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lübbenauer Biosphärenreservatsverwaltung haben das 20-jährige Bestehen eines der ersten Lehrpfade zu einer kleinen Feier vor Ort am Burger Polenzweg genutzt. Wie von Annett Schäfer weiter zu erfahren war, wurde der Weg unter Einbeziehung und mithilfe von Schülerinnen und Schülern der Cottbuser Bauhausschule errichtet. „Ursprünglich sollte er mal ‚Lehrpfad‘ heißen, aber inzwischen nennen wir ihn lieber Naturerlebnispfad, denn ‚belehren‘ wollen wir eigentlich nicht,“ ergänzt Annett Schäfer. Ursprünglich als Rundweg geplant, aber dann doch nicht wegen Zustimmungsproblemen durch Eigentümer umgesetzt, ist der Weg ein Hin- und Rückweg. „Hin und zurück kann auch ein doppeltes Erlebnis sein“, ergänzt Annett Schäfer. An insgesamt neun Stationen, eine davon auf dem Hof der Ferienanlage Jakubik, kann die Natur aktiv erlebt werden. Beispielsweise kann an einer Holzskulptur eines Seeadlers die Flügelbreite mit ausgebreiteten Armen nachempfunden werden, was allerdings wohl niemandem gelingt. Überdimensionale Trichter erlaubten einst das Lauschen in die Natur, aber schon nach kurzer Zeit waren sie gestohlen worden. Bei Jakubiks steht in einem umzäumten Gelände ein Spektiv zur Vogelbeobachtung, welches besonders gern von den Kindern zur Vogelbeobachtung genutzt wird – falls sie nicht grad von neugierigen Ziegen abgelenkt oder gar behindert werden!
Michael Petschick von der Biosphärenreservatsverwaltung Spreewald mit Sitz in Lübbenau verwies auf den hohen Pflege- und Reparaturaufwand der über 40 Schautafeln. „Teilweise der Verwitterung geschuldet, teilweise auch immer wieder dem Vandalismus, bindet die Reparatur Kräfte und verursacht Kosten“, sagt Petschick. Gleichzeitig dankte er Wolfgang Jakubik, der immer ein Auge auf die Anlagen in seinem Sektor wirft.
Peter Becker, 08.06.26
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