Die an der Spree gelegene und zu Leipe gehörende Gaststätte ist seit weit über 100 Jahren ein idealer Rastplatz für Wasserwanderer, Kahnfahrtouristen und Radler. Jede Saison steht die Betreiberfamilie Konzack vor neuen Herausforderungen.

Abendliche Idylle an der Spree: Die Dubkow-Mühle

Tagsüber wird die mitten im Spreewald gelegene Gaststätte von zahlreichen Radlern, Paddlern, Kahnfahrtouristen und Wanderern aufgesucht.

Gemeinsame Mitarbeiterpause am Fischkasten: Vorn v.l. Christiane Schwarz (Butzen), Esther Preller (Kenia), Manikya Srikar Nethala (Indien), dahinter Kevin Möder (Lübben), ganz hinten Christina Krautz (Cottbus), Christian Falke (Cottbus) und Ilona Konzack.
Ilona Konzack ist Chefin der jahrhundertealten Gaststätte „Dubkow-Mühle“. Die Geschichte der 1737 gegründeten Gaststätte und ehemaligen Wassermühle ist untrennbar mit der seit Generationen bestehenden Konzack-Familie verbunden. „Und genau das ist auch mein Anspruch: Ich sehe mich in der Pflicht, das Konzack-Erbe mit Stolz und Würde fortzuführen, durch alle Wirren der Zeiten, wie es sie schon von jeher gab und immer wieder gibt und geben wird“, sagt die Gastwirtin.
Wirren und Probleme gibt es derzeit reichlich, wie sie im Gespräch mitteilt. Ihr ist anzumerken, dass sie trotz mancher Verzweiflung auch immer wieder Lösungswege sieht. „Wenn man uns nur machen ließe, wir haben Ideen, sicher auch die Kraft, aber manchmal scheint es, als würden uns die Behörden ausbremsen, wo immer es geht!“
Ilona Konzack muss nicht lange nachdenken: „Das Kerngeschäft ist die Gästeversorgung im Restaurant und in unseren Appartements, es ist ein Saisongeschäft, in dem wir in sieben Monaten das Geld für zwölf verdienen müssen. Das versteht vielleicht nicht jeder, aber dem müssen wir uns nun mal stellen – früher wie heute.“ Die Gastwirtin nennt in dem Zusammenhang die personelle Abdeckung des fragilen Geschäfts: Krankheiten hebeln den eng gestrickten Einsatzplan aus, an Urlaub ist ohnehin nicht zu denken.
Ilona Konzack ist eine Macherin, sie setzt sich für ihr Personal ein – und das spüren ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sehen und erleben mit, wie schwierig es für ihre Chefin ist, Personal zu finden. Sie sind dann auch eher mal bereit, Überstunden zu akzeptieren. Aktuell will Ilona Konzack dem einzigen Koch, Christian Falke aus Cottbus, gern noch einen zweiten Koch zur Seite stellen. „Es findet sich einfach niemand – und den, den ich gefunden habe, darf ich nicht einstellen“, sagt Ilona Konzack. „Ein Koch aus Aserbaidschan, mit zehnjähriger Berufserfahrung und mit Deutschkenntnissen (B2), bekam wegen dieser angeblich nicht ausreichenden Kenntnisse keine Arbeitserlaubnis. Dabei soll er doch nur kochen, mit den Gästen kommt er gar nicht in Kontakt – ich verstehe das nicht! In dieser Saison wird es deshalb auch einen oder gar zwei Ruhetage in der Woche geben müssen – niemand will und kann sieben Monate am Stück arbeiten!“

Betriebsamkeit in der Küche: v.l. Christian Falke, Manykia Srikar Nethala, Christiane Schwarz
Das Personal ist seit Jahren international zusammengesetzt, die Gastwirtin hat nur gute Erfahrungen gemacht. „Sie sind fleißig, kommen untereinander gut klar und sind deshalb eine Bereicherung für das Geschäft“, schätzt sie, ohne zu zögern, ein. Es gibt keine Befindlichkeiten, alle helfen allen – wo gerade Arbeit verstärkt anfällt. Die Inderin Manikya Nethala studiert Wasserbau an der BTU Cottbus und jobbt seit drei Jahren nebenbei in der Küche der Dubkow-Mühle. „Meine Chefin ist ein wunderbarer Mensch, sie hat volles Verständnis für meine Situation und unterstützt mich, wo sie kann. Und ich helfe, wo ich gebraucht werde!“
Die Kenianerin Esther Preller ist Zimmermädchen und kommt seit fünf Jahren täglich von Cottbus zur Arbeit. Zuverlässig, still und stets freundlich erfüllt sie ihre Aufgaben, „damit meine Chefin immer zufrieden mit mir ist“, erzählt sie im Gespräch. Auf die Frage, wie es ihnen beiden in Deutschland gefällt, kommt (glücklicherweise) eine entwaffnende Antwort: „Das Wetter ist nicht schön, es ist viel zu kalt – das hat sich solch ein schönes Land nicht verdient!“

v.l. Zimmermädchen Esther Preller (Kenia) und Küchenhilfe Manikya Srikar Nethala (Indien)
Ilona Konzack sieht einen personellen Lichtblick inmitten der Hochsaison: „Ab Juli kommen sechs Studentinnen aus Georgien zur Aushilfe, das wird uns dann spürbar entlasten!“
Neben dem Tagesgeschäft wird sich die Gastwirtin weiterhin um die anstehenden Genehmigungen für ein paar Erleichterungen und Annehmlichkeiten kümmern. Dazu gehört eine mobile Fasssauna an der Spree für die Feriengäste. Was eigentlich unproblematisch klingt, ist es aber aus Behördensicht noch lange nicht: Dazu bedarf es einer Baugenehmigung und eines Bebauungsplanes, „der glücklicherweise seit Jahren in Arbeit ist und nun auf der Zielgeraden sein könnte“, formuliert sie vorsichtig den aktuellen Stand.
Die kürzlichen zwei Tage Stromausfall nimmt sie dagegen mit Humor hin: „Dank der Weitsicht meines Vaters hat sich unser uraltes Notstromaggregat wieder einmal bewährt: Wir haben zwar 100 Liter Diesel verbraucht, aber hatten Strom – unsere Gäste haben höchstens im Hintergrund das Brummen der Maschine vernommen. Wenn sich nur alle unsere Probleme so einfach lösen ließen … Wir wollen und wir können, aber dürfen so vieles nicht. Hier ist die Politik gefragt!“
Probleme gibt es immer, das weiß die Chefin aus jahrzehntelanger Erfahrung. Sie sieht es eher sportlich, auch wenn es an den Nerven zehrt. Andererseits sieht sie, ganz die Dienstleisterin, ihre Gäste im Vordergrund, die ihren Spreewaldurlaub an diesem idyllischen Ort sorgenfrei genießen wollen, die nichts von den Problemen im Hintergrund mitbekommen sollen.
In diesem Sinne laufen die Vorbereitungen für Himmelfahrt und Pfingsten. An diesen Tagen wird – wie seit Jahrhunderten- – die Dubkow-Mühle ein beliebtes Ziel, besonders der Einheimischen, sein. Musik und Köstlichkeiten wird es reichlich geben.

Terrassenbetrieb
Aktuelle Öffnungszeiten/Ruhetage: https://dubkow-muehle.de/
Peter Becker, 05.05.26

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