





Ostern ist ein Fest des Zusammentreffens von Menschen, besonders auch von denen, die in der Ferne leben und ihre Familien daheim besuchen. Das Osterfeuer zu Beginn der Festtage ist zum Ort der Begegnung geworden, hier treffen sich auch Nachbarn und Freunde, Kontakte werden gepflegt. Das Osterfeuer steht für den Neubeginn und Platzschaffen. Altes wird nicht mehr benötigt und verbrannt – so der traditionelle Hintergrund.
Wie jede Tradition unterliegt auch das Osterfeuer Wandlungen. Wurde früher meist nur ein kleines Familienfeuer gepflegt, ist das heute ein Treffen der Dorfgemeinschaft, zumeist von der örtlichen Feuerwehr organisiert. Früher war jedes Brenngut kostbar, es wurde für die heimischen Öfen, besonders auch für die Backöfen benötigt. Es war einfach zu schade, um in Größenordnungen, so wie heute, verbrannt zu werden.
Inzwischen gibt es erste Überlegungen, die enormen Massen an Heckenschnitt und sonstigen (unbehandelten) Holzabfällen im Nachhaltigkeitssinne zu verwenden. In Burg wird von der örtlichen Töpferei Möbert die Energie des Osterfeuers genutzt, um Keramikbrände anzufertigen. Die enormen Energiemengen dienen dem Brand der Rohlinge, die vor dem Abbrennen im Holz deponiert werden und nach Abkühlung der Asche, oft erst zwei Tage später, hervorgeholt werden. Töpferin Ilona Möbert ist dann sehr angespannt und voller Erwartung auf das Ergebnis, denn auf Temperaturverläufe und Brenndauer hat sie mit dem Entzünden des Osterfeuers keinen korrigierenden Einfluss mehr. Am Entnahmetag treffen sich alle „Töpfer“ noch einmal, um ihre Osterfeuerkeramik entgegenzunehmen.
Bei der Woklapnica im Januar wurde vom Burger Bürgermeister Bernd Ragotzky angeregt, dass verdienstvolle Bürger nicht nur eine Ehrenurkunde bekommen, sondern auch beim Osterbrand ihren Namen auf einem keramischen Produkt ihrer Wahl – im wahrsten Sinne des Wortes- einbrennen lassen dürfen. Bernd Ragotzky dankte damit Heike Budarick für ihre Tätigkeit in der Kinderturngruppe, Fritz Matschenz und Rolf Zimmermann vom Förderverein Feuerwehr Burg-Kauper. Alle drei trafen sich in der Burger Töpferei, um unter Anleitung von Ilona Möbert, bei Kaffee und Kuchen, ihre Keramikgefäße zu gestalten. Die Osterfeuertradition erfährt so eine Aufwertung, ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens. Mit Spannung wird dem Entnehmen der Produkte entgegengesehen. Doch vorher wird das Feuer erst mal auflodern müssen. Im Beisein vieler Osterurlauber wird es auf dem Kneipp-und Erlebnis-Campingplatz an den Spreewaldfließen entfacht werden.
Peter Becker, 25.03.26
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