Die zu Leipe gehörende und mitten im Spreewald gelegene Pohlenzschänke sucht einen neuen Pächter.

Die Pohlenzschänke, so wie sie heute bekannt ist, wurde vor genau 100 Jahren als Ziegelbau von der Lübbenauer Baufirma Trüstedt & Balke errichtet. Zuvor stand dort am gleichen Platz ein Blockbohlenhaus und danach ein einfaches kleines Steinhaus. Die Ursprünge der Gastronomie lassen sich kaum noch verfolgen, zumal das Haus bis 1815 unter sächsischer Verwaltung stand.
Die Gaststätte gehört zur Gemarkung Leipe und somit zu Lübbenau. Sie trägt ihren Namen nach der Besitzergeneration der Pohlenz und wurde 1966 an die Fittkau-Familie übergeben, in deren Besitz sie noch immer ist. Zwischenzeitlich gab es mehrere Pächter mit im Spreewald bekannten Namen, wie Callin oder Starick. In den letzten DDR-Jahrzehnten war die Gaststätte als Kinderferienlager genutzt worden.
Die Pohlenzschänke zählt zu den entlegensten Gaststätten im Spreewald und ist daher für Kahntouristen, Radler und Paddler ein idyllisches Ausflugsziel. Bis in die 60er Jahre war das Haus nur über den Wasserweg erreichbar, inzwischen führt ein Radweg aus Richtung Burg zur Pohlenzschänke, mit Abzweigungen zum Waldhotel Eiche. Über einen holprigen Plattenweg ab der Pohlenzschänke ist auch die Gaststätte Wotschofska erreichbar.
In ihrer über mehrere Jahrhunderte reichenden Geschichte sind einige Ereignisse und Personen im Gedächtnis geblieben. Die Gaststätte beherbergte insbesondere jahrelang Karl Albinus (verst. 1889), der gemeinsam mit dem Lübbenauer Lehrer Paul Fahlisch durch Publikationen in Berliner Zeitungen wesentlich zur Bekanntheit des Spreewalds beitrug. Die später bekannt gewordene wendische Dichterin Mina Witkojc wurde 1893 als uneheliches Kind des Fritz Pohlenz mit einer Magd geboren und wuchs eine Zeit lang in der Pohlenzschänke auf. Die DDR-Friedensfahrtmannschaft erholte sich hier in den 50er/60er Jahren regelmäßig nach der Tour in der Einsamkeit des Spreewalds.
Die neue Besitzergeneration

Marco und Sophie Fittkau sind die neue Besitzergeneration und führen seit dem 1. Januar 2026 die Traditionsgaststätte.

Familie Fittkau Ostern 2026 im Biergarten der Pohlenzschänke.
Inzwischen ist die Pohlenzschänke von einer neuen Fittkau-Generation übernommen worden. Sophie und Marco Fittkau haben ihren Lebens- und Arbeitsschwerpunkt derzeit nicht im Spreewald und können aktuell nicht selbst das Haus im Spreewald führen, obwohl sie zeitweise, wie zuletzt über Ostern, das Haus geöffnet und Gäste bewirtet hatten. Ein Pächter würde ihnen helfen, das Tagesgeschäft zu führen, während das Inhaberpaar sich um Sanierung und Rekonstruktion bemühen würde. 100 Jahre haben ihre Spuren am und im Gebäude hinterlassen, die nach und nach getilgt werden sollen.
Sophie Fittkau: „Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit dem künftigen Pächter, um unserem historischen Gasthaus den alten Glanz wiederzugeben und neues Leben einzuhauchen.“
Die aktuellen und etwas eingeschränkten Öffnungszeiten können unter pohlenzschänke.de eingesehen werden.
Mehr über die Geschichte der Gaststätte
Peter Becker, 16.04.2026
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