Bereits 2013 hatte der Tourismusverein Raddusch den Bau eines Fuß- und Radweges zur Slawenburg bei der Stadt Vetschau beantragt. Darin wurden vier Varianten der Wegführung vorgeschlagen – zur Umsetzung gekommen ist 13 Jahre später Variante fünf.

Seit der Öffnung der Slawenburg 2003 mussten die Besucher sich den einzigen Weg mit dem Straßenverkehr teilen: Bei Wind und Wetter, in praller Sonne, mussten sie die etwa zwei Kilometer vom Bahnhof zur Burg bewältigen. Meist waren und sind es Besuchergruppen und Schulklassen, die mit der Bahn anreisten und den Weg zu Fuß nutzten.






Der nun entstandene Weg, Baubeginn war im Oktober 2025, ist zwar keine Abkürzung wie damals vorgeschlagen, denn er ist 1,4 Kilomter lang und folgt im Wesentlichen dem Straßenverlauf. Er bietet aber endlich die Trennung vom Straßenverkehr und die neu gepflanzten 47 Bäume werden etwas Schatten bieten. Der Fuß- und Radweg führt an der Slawenburg vorbei und stellt den Lückenschluss zum Koßwiger Radnetz her und somit ins Lausitzer Seenland. An vier Stelen, die gleichzeitig Sitzgelegenheiten bieten, kann sich der Wanderer über Regionales informieren, etwa über Tagebaufolgelandschaften, Sorben/Wenden in Raddusch und Archäologie. Es wird über die Entstehung der benachbarten Seen, dem Kahnsdorfer und dem Bischdorfer See, informiert und über die vorausgegangenen Tagebaue. In diesem Zusammenhang erfährt der Besucher auch über die im Rahmen der Vorfelderkundigungen gemachten archäologischen Funde aus germanischer und slawischer Siedlungszeit.

Die Stadt Vetschau als Auftraggeber und Vertreter der bauausführenden Drebkauer Firma Koalick weihten den Weg ein. (Mitte: Vetschaus Bürgermeister Chris Mielchen, links von ihm Udo Saaro, Ortsvorsteher Raddusch)
Wie von der Firma Koalick zu erfahren war, geht es Anfang Juni im Radduscher Raum gleich weiter, diesmal mit der Sanierung eines Radweges. Er stellt den Anschluss von der L49 über den ehemaligen Boblitzer Badesee nach Lübbenau dar und ist auf etwa einem Kilometer wegen Wurzelaufbrüchen stark sanierungsbedürftig geworden. „Wir rechnen mit etwa vier Wochen Bauzeit. Damit nicht wieder Wurzeln den Asphalt anheben, müssen beidseits Wurzelsperren eingebracht werden“, informierte Marko Palme.
Vetschaus Bürgermeister Chris Mielchen hatte ebenfalls eine erfreuliche Botschaft beizutragen. „Die Planung steht auch für den Radweg zwischen Raddusch und Stradow, sodass es spätestens 2029 diesen von vielen Bürgern gewünschten Weg geben könnte“, sagte er.
Kurz nach der Eröffnung wurde im strömenden Regen der erste offizielle Benutzer des Weges angetroffen: Thomas Schulze aus Vetschau sieht in dem Weg eine Bereicherung seiner Trainingsstrecke, denn er möchte sich auf einen Halbmarathon vorbereiten.

Kurz nach dem Banddurchschnitt joggte der erste offizielle Wegnutzer, Thomas Schulze, den neuen Weg entlang.
Bei aller Freude über den gelungenen und solide gebauten Weg, bleibt doch ein fader Beigeschmack: Eigentlich sollte es der „Slawenburgweg“ sein und auch so heißen, doch im Entstehungsjahr des Weges musste die Burg im selben Jahr wegen Insolvenz geschlossen werden. Vetschaus Bürgermeister Chris Mielchen: „Wir arbeiten konsequent an der Wiedereröffnung der Burg, an einer wie auch immer gearteten Nutzung, doch das wird noch dauern!“ Bis dahin wird der Weg wohl erst einmal als „Lückenschlussweg“ dienen, bevor er seinen ursprünglich angedachten Namen führen kann.
Peter Becker, 07.05.26
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