133. Burger Jugendfastnacht

Am Burger Festplatz trafen am Samstagnachmittag junge Herren im schwarzen Anzug und junge Damen in der Burger Festtagstracht aus allen Dorfrichtungen ein. Nach kurzer Aufwärmung im beheizten Zelt und „amtlicher“ Paarbildung, erfolgte das obligatorische Gruppenbild, dieses Mal vor dem Feuerwehrmuseum. Hunderte Besucher hielten dies und den nachfolgenden Festumzug mit ihren Smartphones fest, dabei immer um die beste Position bemüht, was gelegentlich hier und da schon mal den Ellenbogen ausfahren ließ. Eine Besuchergruppe aus Nepal ließ sich dann sogar noch mit Trachtenmädels fotografieren, für einen Statusgruß in die Heimat.

Leicht angefröstelt vom langen Ausharren auf der Fototribüne machte sich der Zug, bestehend aus 40 Paaren und drei Kinderpaaren, auf den Weg durchs Dorf, begleitet von den Lutzketaler Musikanten. Mehrere Tanzeinlagen sorgten für Aufwärmung, bevor es weiter zum Burger Reha-Zentrum ging. Kapelle und die fast 100 jungen Leute zogen zur besten Kaffeezeit tanzend durch die Räume, sehr zum Erstaunen und zur Überraschung der Kurgäste. „So etwas habe ich noch nie gesehen!“ entfuhr es Henri Simon aus Eisenhüttenstadt. „Wunderbar, dass in Burg eine solche Tradition, und das von so vielen jungen Menschen, gepflegt wird!“ ergänzte er noch, der eigentlich nur seinen dort kurenden Vater aufsuchen wollte. Ähnlich sahen es wohl auch viele andere Kurgäste und deren Besucher, die gern und reichlich spendeten.

Julia Klinke von der „Burger Jugend“, dem ausrichtenden Verein: „Wir laufen meist auf der gleichen Route. Nach der Reha geht es die Hauptstraße entlang zur Kirche und weiter Richtung Hafen und zum Kleinod. Abends ist dann der Tanz im Festzelt.“

Eher still und nachdenklich nahm Maik Knick mit seiner Partnerin am Festumzug teil. Laura Schmidt ist auch seine Partnerin im richtigen Leben, sie stammt aus Werben und ist in Krieschow als Sorbischlehrerin tätig. Maik Knick: „Ich bin mit 15 in die Burger Jugend eingetreten, war 15 mal beim Festumzug dabei, und mit dieser 15. Teilnahme endet auch meine Mitgliedschaft im Verein. Ich bin jetzt 30 und nach unseren Regeln nun zu alt für die Jugend!“ Dabei muss er dann doch etwas schmunzeln, denn für ihn bedeutet das ja nicht gleichzeitig das Ende der Teilhabe an den Burger Traditionen. Vom Vater einst herangeführt, wird der gelernte Wasserbauer natürlich weiterhin für diese Werte stehen und da sein, wenn man ihn braucht.

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Peter Becker, 18.01.26

Über Peter Becker 493 Artikel
Jahrgang 1948, Diplomlehrer, Freier Journalist und Fotograf, Spreewaldkenner

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