Sybille Grunerts Eden

Ein Garten Eden zwischen Schutzgraben und Landratsamt, mitten in Lübben? Es gibt ihn! Sybille Grunert hat sich hier ihren ganz eigenen Garten Eden eingerichtet, es ist ihr Rückzugsort und Schaffensort zugleich. Sie blendet den Stadtlärm aus und kann hier ihre künstlerischen Projekte umsetzen. Wenn sie sich in ihrem Gartenhaus oder unter Obstbäumen ans Werk macht, ist die Welt um sie herum eine andere, sie ist dann allein mit sich und der Kunst.

Sybille Grunerts Garten Eden

Die gebürtige Lübbenerin liebt ihre Stadt, ihre Geschichte (seit 2015 ist sie Vorsitzende des Heimatvereins) und natürlich den Spreewald und seine Menschen. Diese breite Fächerung spielt sich auch in ihren Werken wieder, sie ist nicht festgelegt und wagt sich immer wieder an neue Themen und Techniken. Die Ingenieurin für Wasserwirtschaft ist seit 1989, nach ihrem externen Studium an der Hochschule für bildende Künste, selbstständige Künstlerin. Sybille Grunert ist seit Jahrzehnten Dozentin an der Volkshochschule und leitet Malkurse. In den wenigen Momenten „dazwischen“ zieht sie sich in ihr Eden zurück und setzt neue Ideen um. Und die gehen ihr nicht aus, denn sie ist weder künstlerisch noch technisch festgelegt. Die Beherrschung verschiedener Techniken und Stilrichtungen ermöglichen ihr die Umsetzung unterschiedlicher Themen wie Landschaften, Porträts, Stillleben sowie Illustrationen und Logos. Zu ihrem Repertoire gehören auch Collagen, Illusionsmalereien und Fassadengestaltungen. Das Wandbild, 118 Quadratmeter groß, in der Lübbener Lindenstraße ist ein beredtes Zeugnis ihrer künstlerischen Vielfalt und ihres Könnens. Inspirationen holt und holte sie sich nicht nur im Spreewald, sondern auch bei vielen Reisen, besonders nach Ost- und Südeuropa. Das „Licht Italiens“ inspirierte sie und fließt immer wieder in ihre Werke ein – doch nie verliert sie den Spreewald aus dem Blick. Bei aller Schönheit der Natur in der ganzen Welt, ist und bleibt der Spreewald für sie ein einmaliger Natur- und auch Kunstraum.

Ihre Werke sind in jedem Spektrum unverkennbar, ihre Handschrift zeigt klare Strukturen mit fast schon fotografischer Qualität.  Besonders ihre Tier- und Menschenbildnisse, die Aktdarstellungen, sind durch Detailtreue gekennzeichnet. Und es fällt auf, dass immer wieder das Wasser mit seinen Lebensräumen in ihren Werken eine Rolle spielt. Das mag bei einer studierten Wasseringenieurin irgendwie naheliegen, doch auch ihr ehemaliges Hobby, das Tauchen, spielt dabei sicher eine große Rolle. Ihr Selbstporträt legt davon Zeugnis ab:

Sybille Grunert: „Jeder Künstler in Deutschland kann sich heute die Freiheit nehmen, die moderne und die alte Kulturgeschichte für sich zu interpretieren und seinen Platz darin zu finden.“ Sie hat ihr Lebensmodell eingenordet in Alltagsbewältigung und Ringen um höchsten künstlerischen Selbstanspruch, ohne dabei einer Ideologie zu dienen oder einer gerade aktuellen Richtung welcher Art auch immer zu folgen. „Vielleicht bin ich eine hoffnungslose Romantikerin, aber genau das will ich mir bewahren. Ich glaube bei allen Problemen, die es in dieser Welt gibt, an ein harmonisches Zusammenleben aller Menschen inmitten einer intakten Natur. Doch gerade letztere leidet unter uns und braucht wesentlich mehr Schutz und Hinwendung als je zuvor. Und wenn meine Werke helfen, den Finger auf die Wunde zu legen, dann liege ich richtig!“

Sybille Grunert lädt für den 24. Juni 2023 zur Vernissage „Mein kleines Eden“ in die Burg Friedland ein. Ihre Werke sind dort bis zum 25. August 2023 zu sehen.

Im Kalender 2023 hat sie Beispiele ihres Schaffens veröffentlicht:

Peter Becker, 10.05.23

Über Peter Becker 367 Artikel
Jahrgang 1948, Diplomlehrer, Freier Journalist und Fotograf

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