Permakultur – Altes neu gedacht

Unter dieser Begrifflichkeit haben sich Shan und Peter Metz in Burgelehn/Alt Zauche einen Traum erfüllt. Ihre Immobilie besteht aus märkischem Sand mit Kiefernbewuchs – eigentlich nicht die beste Voraussetzung für reichliche Ernten! Aber genau das sieht Shan Metz als Herausforderung an, so nach und nach ringt sie dem kargen Boden Fruchtbarkeit ab. Sie tüftelt an Methoden zur Bodenverbesserung, karrt säckeweise Lehm heran, um ihn unter den Sandboden zu mischen und lässt sich eine Bewässerungstechnik einfallen, die leicht und für jedermann/-frau zu installieren ist. Shan und Peter nutzen modernste Technik (Fotovoltaik) um Minipumpen anzutreiben. Doch für mehr Wasser können auch sie nicht direkt sorgen, denn der Spreewald gehört zu den niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands. Es kommt hier darauf an, die wenigen Niederschläge zu sammeln und im Oberflächenboden zu halten.Mit „Ollas“ (sprich: Ojas) will sie das Wasser sparsam verwenden und je Olla etwa einen Quadratmeter Gartenboden langanhaltend bewässern. Shan Metz: „Zwei gleich große Tontöpfe werden mittig in das Beet eingegraben, dabei steht der obere verkehrtherum über den unteren, sodass die Ränder deckungsgleich sind. Mit Wasser randvoll gefüllt, diffundiert es ganz langsam durch den Ton und bleibt lange ein Wasserreservoir im Beet. Das untere Loch wird mit einer selbsthergestellten Knetmasse, etwa aus Bienenwachs, verschlossen. Dann auf den Rand Silikon verteilen und den anderen Topf darauf setzen. Was überquillt, mit einem Stück alten Plastik verstreichen. Einen Tag fest werden lassen, dann sind die Ollas einsatzbereit.Ich könnte mir auch vorstellen, dass es ohne Silikon funktioniert und die Knetmasse auch für das Zusammensetzen der Töpfe benutzt werden kann – ich werde weiter experimentieren“.

Olla in einem Hochbeet: Im Frühjahr eingebracht, lieferte sie den ganzen (trockenen) Sommer ausreichend Feuchtigkeit für das Gemüsehochbeet. Mit einem Trichter lassen sich die Ollas bei einem Regenguss ziemlich schnell auffüllen, man spart sich so zumindest eine Nachfüllung!

Eine weitere Möglichkeit der Wasserbindung im märkischen Sand findet bei der Pflanzung von Obstbäumen Anwendung. Im Kern geht es um das gleiche Prinzip wie bei den Ollas: Ein großer Keramiktopf wird unterhalb der üblichen Pflanzgrubentiefe eingebracht, mit einem PVC-Rohr aus dem Baumarkt (dem Gießrohr) versehen und mit Kies aufgefüllt. Der Baum wird mit einem Terra Preta-Gemisch über den Topf platziert und wie üblich an einen Pflanzpfahl angebunden. Die obere Schicht wird mit Blumenzwiebel oder Bodendeckern versehen, damit Pflanzenwildwuchs, zudem oft wasserzehrend, eingedämmt wird. Über das Gießrohr kann in den ersten Jahren Wasser zugeführt werden, danach kann es entfernt und für Neupflanzungen verwandt werden – ganz dem Nachhaltigkeitsprinzip entsprechend. Das Wasser diffundiert durch die Keramik in das wasserspeichernde Terra Preta-Gemisch.

Eine altes Trocknungsverfahren hat die beiden inspiriert, um in Kombination mit moderner Technik Trocknungsprozesse schnell und effizient ablaufen zu lassen – ohne Dörrapparat oder anderen stromintensiven Geräten (Küchenbackofen). Eine Fotovoltaikzelle treibt einen kleinen Lüfter an, der die über einer schwarzen Folie von der Sonne erwärmte Luft langsam über das Dörrgut leitet. Bei günstigem Sonnenstand lassen sich so in wesentlichen kürzeren Zeiten Kräuterpflanzen oder Obst trocknen, ohne Qualitätsverluste, wie sie bei einer sonst üblichen Lufttrocknung passieren können.

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Peter Becker, 31.10.22

Über Peter Becker 282 Artikel
Jahrgang 1948, Diplomlehrer, Freier Journalist und Fotograf

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