Ein Neuzugang bedroht heimische Fischarten

Sonnenbarsch

Immer öfter gehen Spreewälder Anglern Sonnenbarsche an den Haken. Sie sind zwar wunderschön anzusehen, aber eine Gefahr für heimische Arten. Der Gemeine Sonnenbarsch wurde vor über 100 Jahren aus Amerika eingeführt und wurde als schöne und farbenfrohe Bereicherung in Aquarien und Gartenteichen gehalten. Irgendwann wurde er wohl in fahrlässiger Weise in die Natur entlassen und breitete sich in der Folge in heimischen Gewässern aus. Zuerst wurde der Sonnenbarsch schon vor Jahrzehnten im süddeutschen Raum und in Ballungsgebieten von Fischern und Anglern gefangen, inzwischen ist er auch im ostdeutschen Raum und im Spreewald anzutreffen. Diese Art breitet sich invasiv aus, er ernährt sich vom Laich anderer Fische und von Wasserinsekten. Katzenwels und Wollhandkrabbe sind ohnehin schon eine Belastung für die heimische Tierwelt, denn auch sie zählen zu den Neozoon, wie die eingewanderten Tierarten von der Fachwelt genannt werden.

Blaubandbärbling
Wollhandkrabbe
Katzenwelse: Beifang beim herbstlichen Abfischen

Vom Sonnenbarsch dürfte ebenfalls Gefahr für das heimische Ökosystem ausgehen, welches ohnehin schon durch Umweltbelastung gekennzeichnet ist. Angler und Fischer sind gut beraten, ihre Sonnenbarsch-Fänge nicht wieder zurückzusetzen. Da die Tiere durchaus die Größe der heimischen Flussbarsche erreichen können und diesem im Geschmack nicht nachstehen, ist eine entsprechende Verwendung angeraten. Kleinere Exemplare finden bestimmt dauerhaft in einem Gartenteich Platz, um sie nicht unbedingt töten zu müssen – so wie der Radduscher Fang aus dem Seeser Fließ!

Eine aktuelle Umfrage in den Socialmedia-Foren ergab weitere Fangmeldungen aus dem Sachsendorfer Badesee, Ströbitzer Badesee, Silbersee und aus vielen Spreearmen. Das Vorkommen in den Seen ist vermutlich auf unerlaubten Besatz zurückzuführen und/oder durch Laicheinschleppung über Wasservögel.

Peter Becker, 07.06.2020

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Jahrgang 1948, Diplomlehrer, Freier Journalist und Fotograf

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